Vorfahrt & Vorfahrtsregeln – Wann kommt es zu Punkten in Flensburg?

Um Unfälle weitgehend zu vermeiden, muss sich jeder Kraftfahrer an die Vorschriften halten, die im Straßenverkehr gelten. Die Regeln zur Vorfahrt sind dabei besonders wichtig. Trotzdem kommt es immer wieder zur Missachtung von Vorfahrtsregeln. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Sie dieses Vergehen absichtlich begehen oder in Gedanken die Rechts-vor-Links-Regel missachten. Auch das Überfahren eines Stoppschildes kann – je nach gefahrener Geschwindigkeit – schnell in einem schlimmen Zusammenprall enden.

Die Vorfahrtsregeln tragen einen großen Teil zur Sicherheit im Straßenverkehr bei.
Die Vorfahrtsregeln tragen einen großen Teil zur Sicherheit im Straßenverkehr bei.

Haben Sie einem anderen Fahrzeug die Vorfahrt genommen, kommt eine Strafe auf Sie zu. Laut dem Bußgeldkatalog zur Vorfahrt sind Bußgelder, aber auch Punkte in Flensburg möglich. Wann diese genau fällig werden, welche Verkehrsregeln es zu beachten gilt und wer beispielsweise in einer Spielstraße Vorfahrt hat, können Sie in diesem Ratgeber nachlesen.

Bußgeldkatalog Vorfahrt

VergehenBußgeldPunkte
Überfahren eines Stoppschildes
... mit Behinderung10 €
... mit Gefährdung70 €1
... mit Sachbeschädigung85 €1
Missachtung der Haltelinie10 €
Zu schnelles Heranfahren an Zebrastreifen, obwohl Fußgänger in unmittelbarer Nähe waren80 €1
Missachtung der Rechts-vor-Links-Regelung
... mit Behinderung25 €
... mit Gefährdung100 €1
... mit Sachbeschädigung120 €1
Zu schnelles Heranfahren an eine Vorfahrtsstraße10 €

Bußgeldrechner Vorfahrt

Unterschiede zwischen Vorfahrt und Vorrang

Vorfahrt und Vorrang ist nicht das Gleiche.
Vorfahrt und Vorrang ist nicht das Gleiche.

Gemäß der Straßenverkehrsordnung (StVO) sind Vorfahrt und Vorrang zwei verschiedene Dinge:

  • In allen Verkehrssituationen, in denen eine Regelung der Reihenfolge vonnöten ist, dreht es sich um Vorrang. Dies ist beispielsweise an einem Zebrastreifen der Fall. Fahrzeuge müssen warten und Fußgänger haben Vorrang.
  • Um Vorfahrt handelt es sich bei Kreuzungen oder Einmündungen, wo der Verkehr nicht durch eine Ampel geregelt wird. Hier sind Verkehrszeichen zur Vorfahrt oder die allgemeinen Vorfahrtsregeln nötig, um zu klären, wer als erstes fahren darf und wer warten muss.

Die Rechts-vor-Links-Regel

Wenn an einer Kreuzung oder Einmündung weder Ampel noch Vorfahrtsschild vorhanden sind, so wird die Vorfahrt durch die Regel „Rechts vor Links“ geregelt. Kommen Sie von rechts, dann müssen die anderen Fahrzeuge auf der Straße Ihnen den Vortritt lassen und warten.

Manche Kraftfahrer sind sich trotzdem oft unsicher, sobald die Vorfahrt an einer Kreuzung oder Einmündung nicht durch Verkehrszeichen oder Ampeln geregelt wird. Oft kommt diese Unsicherheit erst auf, wenn der betroffene Fahrer nicht normal geradeaus fährt, sondern ein Abbiegevorgang bevorsteht.

Es ist ganz einfach: Wenn Sie an einer Kreuzung links abbiegen möchten, hat immer das Fahrzeug Vorfahrt, welches Ihnen entgegen kommt. Rechts vor Links gilt für Linksabbieger nämlich nicht! Vor allem, wenn besagter Fahrer nach rechts abbiegen möchte – und damit in die gleiche Straße, wie Sie – könnte es brenzlig werden. Sie müssen ihm in jedem Fall die Vorfahrt gewähren, auch ohne Schild.

Möchten noch weitere Kraftfahrer links in diese Straße abbiegen, müssen sie gegenseitig aufeinander Rücksicht nehmen und sich untereinander verständigen, damit alles reibungslos abläuft.

Welche Vorfahrtsschilder gibt es?

Es existieren eine ganze Menge Verkehrszeichen, die sich um die Vorfahrt drehen. Dabei wird zwischen negativen (Wartepflicht) und positiven Zeichen (Vorfahrt) unterschieden.

Ein sehr bekanntes Vorfahrtsschild ist wohl das der Vorfahrtsstraße. Dabei handelt es sich um ein quadratisches Schild mit weißem Hintergrund und einem gelben Quader. Kraftfahrzeuge, die sich auf der Vorfahrtsstraße befinden, haben Vorfahrt vor Fahrzeugen, die auf diese einbiegen möchten.

Das Stoppschild gehört in die Kategorie der Vorfahrtsschilder.
Das Stoppschild gehört in die Kategorie der Vorfahrtsschilder.

Das Stoppschild ist ebenfalls in der Gruppe der Vorfahrtsschilder anzusiedeln. Mit seinen acht Ecken ist es das einzige Zeichen, welches international anerkannt ist.

Jeder Verkehrsteilnehmer ist in der Lage, es unabhängig von Beschädigung, Verschmutzung, Sprache oder schlechten Wetterbedingungen zu erkennen.

Das Vorfahrtsschild mit dem Namen „Vorfahrt gewähren“ sollte jedem Autofahrer in Deutschland ein Begriff sein. Es handelt sich dabei um ein rot umrandetes, weißes Dreieck.

Auch eine abbiegende Vorfahrtsstraße sorgt oft für Verwirrung unter Kraftfahrern. Folgen Sie dieser, dann müssen Sie zwar blinken, aber niemandem den Vortritt lassen. Verlassen Sie die abbiegende Vorfahrtsstraße, dann müssen Sie ebenfalls einen Blinker setzen und in jedem Fall die Vorfahrt beachten, um den Verkehr nicht zu gefährden.

Wer hat wann Vorfahrt?

Im Kreisverkehr hat beispielsweise Vorfahrt, wer sich bereits darin befindet. Möchten Sie jedoch in den Kreisverkehr einfahren, dann müssen Sie den anderen Verkehrsteilnehmern den Vortritt lassen und abwarten.

Die Vorfahrt in einer Spielstraße, beim Ausfahren aus einem Parkplatz oder einer Grundstücksausfahrt, in einer Fußgängerzone oder einem verkehrsberuhigten Bereich ist folgendermaßen geregelt: Sie müssen den anderen Verkehrsteilnehmern stets die Vorfahrt gewähren.

Befindet sich dort außerdem ein abgesenkter Bordstein, so hat Vorfahrt, wer sich auf der Vorfahrtsstraße befindet.

Eine Zusammenfassung dieser Vorfahrtsregeln sieht wie folgt aus:

  • Vorfahrt im Kreisverkehr: Beim Einfahren muss diese beachtet werden.
  • Rechts vor Links: Ein abgesenkter Bordstein hebt die Rechts-vor-Links-Regel auf. Sie müssen den anderen Fahrern den Vortritt lassen.
  • Verkehrsberuhigter Bereich: Vorfahrt haben die Fahrzeuge, die sich bereits auf der Vorfahrtsstraße befinden.
  • Ausfahren aus einem Parkplatz oder einer Grundstücksausfahrt: Auch hier heißt es „Vorfahrt gewähren“. Ein abgesenkter Bordstein hebt die Rechts-vor-Links-Regel auch hier auf. Dies schließt Fahrradfahrer mit ein.
  • Seiten- und Parkstraßen: Hier gilt das Gleiche.
  • Fußgängerzone: Fußgänger haben stets Vorrang in dieser Zone.

Vorfahrt missachtet?

Haben Sie einem anderen Autofahrer die Vorfahrt genommen, wird eine Strafe fällig.
Haben Sie einem anderen Autofahrer die Vorfahrt genommen, wird eine Strafe fällig.

Wenn Sie einem anderen Fahrzeug die Vorfahrt genommen haben, dann müssen Sie mit Sanktionen rechnen. Diese orientieren sich an der Schwere Ihres Vergehens. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) zur Vorfahrt sieht für einen einfachen Verkehrsverstoß ein Bußgeld von 25 Euro vor.

Liegt zusätzlich eine Gefährdung vor, dann kommen härtere Strafen auf Sie zu. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Sie einen anderen Verkehrsteilnehmer in Gefahr gebracht haben, indem Sie ihm die Vorfahrt genommen haben. Eine Anzeige aufgrund eines Verstoßes gegen die Vorfahrtsregeln, ein Bußgeld in Höhe von 100 Euro und ein Punkt in Flensburg können hier die Folge sein.

Auch bei zu schnellem Heranfahren an einen Zebrastreifen drohen Punkte in Flensburg, wenn sich Fußgänger in unmittelbarer Nähe befanden. Ein Punkt sowie 80 Euro Bußgeld sind in diesem Fall die Konsequenz.

Haben Sie die Vorfahrt missachtet und einen Unfall verursacht, dann erhöht sich das Bußgeld auf 120 Euro. Zusätzlich müssen Sie mit einem Punkt in Flensburg rechnen. Das Überfahren eines Stoppschildes inklusive Sachbeschädigung kostet Sie 85 Euro und bringt ebenfalls einen Punkt mit sich.

Wenn Sie sich grob verkehrswidrig und rücksichtslos über die Vorfahrtsregeln hinweggesetzt haben, dann handelt es sich um eine Gefährdung des Straßenverkehrs gemäß StVO. Je nachdem, wie schwer der Verstoß war, können hohe Geldstrafen, der Führerscheinentzug und sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren auf Sie zukommen.

Vorfahrtsregeln missachtet in der Probezeit?

Gerade in der Probezeit sollten Fahranfänger penibel darauf achten, nicht gegen die StVO zu verstoßen. Die Strafen fallen für junge Autofahrer härter aus, als für erfahrenere Kraftfahrer.

Es wird zwischen schwerwiegenden Verstößen (A-Verstößen) und weniger schwerwiegenden Verstößen (B-Verstößen) unterschieden. Ein A-Verstoß oder zwei B-Verstöße haben bereits eine Verlängerung der Probezeit von zwei auf vier Jahre sowie die Teilnahme an einem Aufbauseminar zur Folge.

Haben Sie als Fahranfänger in der Probezeit die Vorfahrtsregeln missachtet, dann wird dies als A-Verstoß gewertet und die oben genannten Konsequenzen werden fällig.

In der Probezeit gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht. Wenn Sie einen aufmerksamen und vorsichtigen Fahrstil sowie eine angebrachte Geschwindigkeit an den Tag legen, dann können Vorfahrtsverstöße weitgehend vermieden werden und die bereits genannten Maßnahmen kommen gar nicht erst zum Tragen.
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