Falsches Parken und Halten – Wann Punkte in Flensburg drohen

Achtung! Aktuell kommt wieder der alte Bußgeldkatalog zum Einsatz, da sich ein Formfehler in der ursprünglichen StVO-Novelle vom 28. April 2020 eingeschlichen hatte. Am 16. April 2021 einigten sich die Verkehrs­minister­konferenz und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer jedoch über die bisherigen Streitpunkte. Die geplanten Änderungen sollen noch vor der Bundestagswahl am 26. September 2021 in Kraft treten. Was genau vorgesehen ist, können Sie an dieser Stelle in Erfahrung bringen.

Ein Knöllchen für unerlaubtes Halten oder Parken ist keine Seltenheit. Sind Sie beispielsweise in Zeitnot oder haben schlichtweg keine Lust, lange nach einem geeigneten Parkplatz zu suchen, dann haben Sie sicherlich auch schon einmal die Schilder zum Parkverbot missachtet und Ihr Fahrzeug trotzdem abgestellt.

Richtiges Parken und Halten will gelernt sein.
Richtiges Parken und Halten will gelernt sein.

Was einige Kraftfahrer als Kavaliersdelikt ansehen, kann jedoch unter Umständen zu einer Behinderung oder gar Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer führen. Dementsprechend drohen entsprechende Sanktionen, wenn Sie sich einfach über Halteverbotsschilder hinwegsetzen.

Doch wo liegen eigentlich die Unterschiede zwischen Halten und Parken? Wann ist das Parken auf einem Behindertenplatz erlaubt? Und vor allem: Können Punkte in Flensburg fällig werden, wenn falsch gehalten oder geparkt wird? Diese Fragen sollen in folgendem Ratgeber und in den Auszügen aus dem Bußgeldkatalog geklärt werden.

Allgemeine Ratgeber zum Thema Halten & Parken

Aktueller Bußgeldkatalog Halten

Ver­stoßBuß­geldPunk­te
Nicht platz­spa­rend hal­ten10 €
Hal­ten vor oder in Feuer­wehr­zu­fahr­ten10 €
Hal­ten in zwei­ter Rei­he15 €
... mit Be­hin­de­rung20 €
Hal­ten an eng­en oder un­über­sicht­lichen Stel­len, in schar­fen Kur­ven, auf Be­schleuni­gungs- oder Ver­zöge­rungs­strei­fen, im Be­reich von Fuß­gänger­über­wegen sowie bis zu fünf Me­ter davor, an Taxi­stän­den, bis zu zehn Me­ter vor Licht­zei­chen und so­weit es durch Mar­kie­rung­en, Licht­zei­chen und Ver­kehrs­zei­chen ver­bo­ten ist10 €
... mit Be­hin­de­rung15 €
Hal­ten im Fahr­raum von Schie­nen­fahr­zeu­gen20 €
... mit Be­hin­de­rung30 €

Aktueller Bußgeldkatalog Parken

Ver­stoßBuß­geldPunk­te
Vor oder in Feuer­wehr­zu­fahr­ten ge­parkt35 €
... mit Be­hin­de­rung von Ein­satz­fahr­zeu­gen65 €1
Auf Rad- oder Geh­we­gen ge­parkt20 €
... mit Be­hin­de­rung30 €
... län­ger als ei­ne Stun­de30 €
... mit zu­sätz­li­cher Be­hin­de­rung35 €
Par­ken an eng­en und un­über­sicht­li­chen Straßen­stel­len, im Be­reich von schar­fen Kur­ven, auf Fuß­gän­ger­über­we­gen sowie bis zu fünf Me­ter davor, bis zu zehn Me­ter vor Licht­zeichen, im (ein­ge­schränk­ten) Halte­ver­bot15 €
... mit Be­hin­de­rung25 €
... län­ger als ei­ne Stun­de25 €
... mit zu­sätz­li­cher Be­hin­de­rung35 €
In zwei­ter Rei­he ge­parkt20 €
... mit Be­hin­de­rung25 €
... län­ger als 15 Mi­nu­ten30 €
... mit zu­sätz­li­cher Be­hin­de­rung35 €
Par­ken an Eng­stel­len und da­durch Be­hin­de­rung von Ret­tungs­fahr­zeu­gen60 €1
Par­ken im 5-Me­ter-Be­reich von Kreu­zung­en und Ein­mün­dung­en, vor Grund­stücks­ein- und -aus­fahr­ten, im Be­reich von Halte­stel­len und Taxi­stän­den, vor und hin­ter Andreas­kreuzen, über Schacht­deckeln und so­weit es durch Ver­kehrs­zei­chen ver­bo­ten ist10 €
... mit Be­hin­de­rung15 €
... län­ger als drei Stun­den20 €
... mit zu­sätz­li­cher Be­hin­de­rung30 €
Auf ei­nem Be­hin­der­ten­park­platz ge­parkt35 €
Nicht platz­spa­rend ge­parkt10 €
Auf Sperr­flä­chen ge­parkt25 €
Auf Kraft­fahr­stra­ßen oder Auto­bah­nen ge­parkt70 €1
In ver­kehrs­be­ruhig­ten Zo­nen ge­parkt10 €
... mit Be­hin­de­rung15 €
... län­ger als drei Stun­den20 €
... mit zu­sätz­li­cher Be­hin­de­rung30 €
Par­ken im Fahr­raum von Schie­nen­fahr­zeu­gen25 €
... mit Be­hin­de­rung35 €
Par­ken in Fuß­gän­ger­be­rei­chen oder an­de­ren Ver­bots­zo­nen30 €
... mit Be­hin­de­rung35 €
... län­ger als drei Stun­den35 €
Par­ken oder Ab­stel­len ei­nes Fahr­zeu­ges mit Ver­sper­ren des Ab­fahrts­we­ges ei­nes an­de­ren Fahr­zeu­ges20 €
Park­en an ei­ner ab­ge­lau­fe­nen Park­uhr, ohne vor­ge­schrie­be­ne Park­schei­be, ohne Park­schein oder un­ter Über­schrei­ten der er­laub­ten Höchst­park­dau­er
... bis zu ei­ner hal­ben Stun­de10 €
... bis zu ei­ner Stun­de15 €
... bis zu zwei Stun­den20 €
... bis zu drei Stun­den25 €
... län­ger als drei Stun­den30 €
Ei­nem Be­rech­tig­ten die Park­lü­cke weg­neh­men10 €
Un­be­rech­tig­tes Par­ken in ei­ner Pan­nen­bucht25 €

Bußgeldrechner Halten und Parken

Parken und Halten: Die wichtigsten Fragen & Antworten

Inwiefern unterscheiden sich Halten und Parken?

An dieser Stelle lesen Sie, wo die Unterschiede zwischen Parken und Halten liegen.

Welche Sanktionen sind möglich, wenn ich ordnungswidrig gehalten habe?

Worauf Sie sich einstellen müssen, wenn Sie die Vorschriften zum Halten ignoriert haben, können Sie dieser Tabelle entnehmen.

Wie kann verkehrswidriges Parken geahndet werden?

Diese Tabelle gibt Aufschluss darüber, womit Sie bei Parkverstößen rechnen müssen.

Die Unterschiede zwischen Halten und Parken

Hier gilt ein eingeschränktes Halteverbot.
Hier gilt ein eingeschränktes Halteverbot.

Einige Autofahrer sind unsicher, was das Parken oder Halten angeht. Manche meinen sogar, es gäbe keinen Unterschied. Doch ab wann haben Sie laut Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht nur gehalten, sondern geparkt? Die folgenden Definitionen zeigen auf, dass es sich bei Parken und Halten um zwei verschiedene Paar Schuhe handelt.

Gemäß der allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur StVO gilt Folgendes:

Halten ist eine gewollte Fahrtunterbrechung auf der Fahrbahn und auf dem Seitenstreifen, die nicht durch die Verkehrslage oder eine Anordnung, eine Verkehrsregel oder ein Verkehrszeichen veranlasst ist.“

In der Regel ist es Ihnen als Kraftfahrer überall erlaubt, zu halten, außer es herrscht ein eingeschränktes oder absolutes Halteverbot. Die Aktion muss jedoch auf freiwilliger Basis geschehen. Bei Stau, stockendem Verkehr, an einem Bahnübergang oder einer roten Ampel haben Sie die Pflicht bzw. sind gezwungen, Ihr KFZ anzuhalten.

Beim Parken gilt ebenfalls, dass Sie Ihr KFZ aus freien Stücken abstellen müssen. Der eigentliche Unterschied besteht in der Zeit, was die StVO zum Parken verdeutlicht:

Wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält, der parkt.“

Stellen Sie Ihr Fahrzeug also für unbestimmte Zeit ab und befinden sich drei Minuten oder länger außerhalb des KFZ, dann parken Sie. Behalten Sie Ihr Auto jedoch in der gesamten Zeit im Blickfeld, dann halten Sie.

Zudem zählt das ledigliche Aussteigen nicht direkt als Verlassen des Fahrzeuges. Erst wenn Sie dieses nicht mehr sehen können und im Notfall nicht in der Lage wären, es zu entfernen, haben Sie geparkt. Sollte sich jedoch ein weiterer Mitfahrer im Auto befinden, der diesen Job übernehmen könnte, liegt kein Verlassen des Fahrzeuges vor.

Orientieren Sie sich stets an der Drei-Minuten-Regelung. Befinden Sie sich bereits länger als drei Minuten außerhalb des Fahrzeuges bzw. bleiben länger als drei Minuten im abgestellten Fahrzeug sitzen, dann parken Sie.

Welche Sanktionen drohen?

Gerade in der Großstadt gehört der Kampf um den Parkplatz zum alltäglichen Geschehen. In der Regel kommt es lediglich zu einem Bußgeld bei falschem Parken. Es existieren jedoch durchaus Vergehen, die mit Punkten in Flensburg geahndet werden.

Die Parkplatzsuche in der Großstadt endet nicht selten mit einem Knöllchen.
Die Parkplatzsuche in der Großstadt endet nicht selten mit einem Knöllchen.

Beispielsweise durch das Parken auf Gehwegen, im absoluten Halteverbot oder in Grundstücks­einfahrten können andere Verkehrsteilnehmer nicht nur behindert, sondern auch gefährdet werden. Aus diesem Grund kommen saftige Strafen auf Falschparker zu.

Positionieren Sie Ihr KFZ nicht platzsparend und nehmen dabei keine Rücksicht auf andere, dann kommt ein Bußgeld in Höhe von 10 Euro auf Sie zu.

In Deutschland werden übrigens die meisten Knöllchen für das Parken im Parkverbot verteilt. Meist geht es in solchen Fällen lediglich um ein Verwarnungsgeld, seit der Einführung der StVO-Reform am 28. April 2020 können jedoch Bußgelder bis zu 110 Euro für Parkverstöße fällig werden. Auch Punkte in Flensburg liegen im Bereich des Möglichen.

Wenn Sie beispielsweise an Engstellen parken und dadurch eine mögliche Behinderung von Rettungsfahrzeugen darstellen, kassieren Sie dafür seit dem 28. April 2020 ein Bußgeld von 100 Euro und bekommen zusätzlich einen Punkt in Flensburg.

Das Parken vor oder in Feuerwehrzufahrten bringt in der Regel ein Bußgeld von 55 Euro mit sich. Geht damit jedoch eine Behinderung von Einsatzfahrzeugen einher, dann erhöht sich der Betrag schnell auf 100 Euro und ein Punkt in Flensburg kommt ebenfalls dazu. Haben Sie auf der Autobahn geparkt, dann geht es um 70 Euro und einen Punkt.

Verkehrszeichen: Halteverbot und Parkverbot

Um ein Knöllchen zu vermeiden, sollten Sie sich stets an den Verkehrszeichen zum Parken und Halten orientieren. Ein rücksichtsvolles Verhalten im Verkehr bringt nicht nur für andere Verkehrsteilnehmer Vorteile mit sich, sondern auch für Sie selbst.

Normalerweise können Sie den rechten Seitenstreifen nutzen, wenn Sie kurz anhalten bzw. Ihr Fahrzeug für eine längere Zeit abstellen möchten. In Ausnahmesituationen können Sie Ihr KFZ auch an der linken Seite abstellen, z. B. wenn sich an der rechten Seite Schienen befinden oder es sich um eine Einbahnstraße handelt. Im Fahrraum von Schienenfahrzeugen gilt übrigens ein absolutes Halteverbot, welches ein Bußgeld nach sich zieht.

Im Zweifelsfall können Sie sich an die vorhandenen Parkverbot-Schilder und Halteverbot-Zeichen halten. Die Bedeutung dieser Schilder wird von vielen Kraftfahrern oft falsch verstanden, weshalb beispielsweise das Delikt „Parken im eingeschränkten Halteverbot“ viel öfter vorkommt, als eigentlich nötig. An einem Halteverbotsschild dürfen Sie Ihr Auto außerdem teilweise bis zu zehn Metern davor nicht abstellen, wenn es dadurch verdeckt werden würde.

Im Kreisverkehr herrscht Halteverbot.
Im Kreisverkehr herrscht Halteverbot.

Wann herrscht sonst noch Halteverbot? Folgende Schilder geben Aufschluss darüber:

  • Kreisverkehr
  • Halteverbotszone
  • Feuerwehrzufahrt
  • Vorfahrt gewähren
  • Andreaskreuz
  • Pfeilmarkierungen (Halteverbot mit Pfeil)
  • eingeschränktes/absolutes Halteverbot
Außerdem werden einige Parkverbotsschilder in ihrer Bedeutung von vielen Autofahrern missverstanden oder schlichtweg übersehen. Doch Vorsicht: Es ist durchaus möglich, dass Sie Ihr KFZ parken, obwohl ein absolutes Halteverbot herrscht, ohne dass „Parken-Verboten-Schilder“ Sie darauf hinweisen! Nicht immer braucht es ein Parkverbotsschild, um ein absolutes Parkverbot zu kennzeichnen.

Das Parken auf einem Behindertenparkplatz ohne entsprechenden Ausweis ist ebenfalls nicht in jeder Situation verboten. Wenn Sie nur halten und nicht parken (weniger als drei Minuten und in Sichtweite des Fahrzeuges), dann kann Ihr Auto nicht abgeschleppt werden. Sollte jedoch ein Fahrer mit Behindertenausweis den Platz benötigen, müssen Sie diesen umgehend räumen.

Ihr Auto wegen einem Umzug im Halteverbot abzustellen, ist nicht erlaubt. Genauso wenig dürfen Sie sich wegen einem Umzug einen Parkplatz in Eigenregie reservieren und dort dauerparken.

Haben Sie die Parkzeit überschritten?

Haben Sie es geschafft, Ihr Auto abzustellen, ohne einem Schild zum Halteverbot oder einem Schild zum Thema „Parken verboten“ in die Quere zu kommen, dann ist dies noch lange keine Garantie, dass Sie ohne ein Bußgeld aus der Sache herauskommen. Überschreiten Sie die erlaubte Parkzeit, dann kann es erneut teuer für Sie werden.

Was viele Autofahrer nicht wissen, ist, dass es mehr kostet, die Parkdauer zu überschreiten, als keinen Parkschein zu kaufen. Die höchsten Bußgelder werden seit der StVO-Reform übrigens fällig, wenn Sie in zweiter Reihe parken und es dadurch zu einer Sachbeschädigung kommt. Diese Zuwiderhandlung wird mit einem Bußgeld von 110 Euro sowie einem Punkt in Flensburg sanktioniert.
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Falsches Parken und Halten – Wann Punkte in Flensburg drohen
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