Parken auf dem Gehweg: Was besagt das Gesetz dazu?

Bereits der erste Paragraph der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) schreibt „ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht“ im Verkehr vor. Kraftfahrer sollten dabei gerade auf schwächere Verkehrsteilnehmer, wie z. B. Radfahrer oder Fußgänger, achten. Um vor allem Letzteren eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr zu ermöglichen, ist normalerweise ihnen allein der Gehweg vorbehalten. Für Autofahrer ist der Bürgersteig demzufolge erst einmal tabu.

Wann handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit beim Parken auf dem Gehweg und wann nicht?
Wann handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit beim Parken auf dem Gehweg und wann nicht?

Wie so häufig im Verkehrsrecht gibt es jedoch auch von dieser Regel diverse Ausnahmen. Wann Kraftfahrern das Parken auf dem Gehweg ausnahmsweise gestattet ist, wann sie ihr Kfz auf keinen Fall dort abstellen sollten und welche Konsequenzen es haben kann, trotz Verbot auf dem Bordstein zu parken, erklären wir im folgenden Ratgeber.

Bußgeldkatalog: Unerlaubtes Parken auf dem Gehweg

VerstoßVerwarnungs­geld
Ordnungswidriges Halten auf dem Gehweg10 €
… mit Behinderung15 €
Ordnungswidriges Parken auf dem Gehweg20 €
… mit Behinderung30 €
… über eine Stunde30 €
… über eine Stunde mit Behinderung35 €
Verzicht auf das Parken auf dem Gehweg (Zeichen 315), obwohl dies gestattet war20 €
… mit Behinderung30 €
… über eine Stunde30 €
… über eine Stunde mit Behinderung35 €
Ordnungswidriges Parken auf einem Gehweg (Zeichen 315) mit einem Kfz über 2,8 Tonnen 10 €
… mit Behinderung15 €
… über drei Stunden20 €
… über drei Stunden mit Behinderung30 €

Bußgeldrechner: Unzulässiges Parken auf dem Bordstein

Auf dem Gehweg parken: Die wichtigsten Fragen & Antworten

Ist es erlaubt, auf dem Bürgersteig zu parken?

Generell ist das Parken auf dem Gehweg laut StVO nicht erlaubt, da dieser Bereich allein Fußgängern vorbehalten ist. Stellen Sie Ihr Kfz trotzdem dort ab, müssen Sie demzufolge normalerweise mit Sanktionen aus dem Bußgeldkatalog rechnen.

Was kostet verbotswidriges Parken auf dem Gehweg?

Das unerlaubte Parken auf dem Gehweg zieht kein Buß‌geld, sondern ein Verwarnungsgeld nach sich. Dieses liegt zwischen 10 und 35 Euro. Welches Fehlverhalten auf dem Bürgersteig wie geahndet werden kann, verrät Ihnen diese Tabelle.

Wann kann das Parken auf dem Bürgersteig zulässig sein?

Sind entsprechende Parkplatzmarkierungen auf dem Gehweg vorhanden, dürfen Sie diese als Kraftfahrer selbstverständlich auch nutzen. Darüber hinaus dürfen Sie mit einem Fahrzeug, das höchstens 2,8 Tonnen wiegt, auf dem Bürgersteig parken, wenn das Verkehrszeichen 315 aufgestellt ist. Dabei handelt es sich um ein rechteckiges blaues Schild, das weiß umrandet ist. Auf ihm sind der Buchstabe P und ein Pkw zu sehen, der auf dem Gehweg steht.

Was regelt die StVO zum Parken auf dem Gehweg?

Laut StVO dürfen Autofahrer an und für sich nicht auf dem Gehweg parken.
Laut StVO dürfen Autofahrer an und für sich nicht auf dem Gehweg parken.

Auch wenn die StVO so gut wie alle Facetten der Verkehrsteilnahme thematisiert, finden sich darin keine expliziten Angaben dazu, ob das Parken auf dem Gehweg erlaubt oder verboten ist. § 12 Absatz 4 StVO regelt lediglich, dass Kraftfahrer den rechten Seitenstreifen bzw. Fahrbahnrand nutzen sollen, wenn sie ihr Fahrzeug abstellen möchten.

§ 25 StVO wiederum verpflichtet Fußgänger zur Nutzung des Gehwegs, sofern es einen solchen gibt. Wenn dem so ist, dürfen sie also nicht auf der Straße laufen. Diese zwei Paragraphen zeigen auf, dass das Parken auf dem Bürgersteig generell nicht erlaubt ist, da sich dieser speziell an Passanten richtet und quasi als Schutzbereich für sie fungiert.

Wann darf man ausnahmsweise auf dem Gehweg parken?

Anschließend haben wir Ihnen gewisse Situationen aufgelistet, in denen das Parken auf dem Fußweg ausnahmsweise zulässig ist und dementsprechend keine Konsequenzen nach sich zieht:

  • Sind entsprechende Parkflächenmarkierungen auf dem Bürgersteig vorhanden, dürfen Sie diese als Autofahrer selbstverständlich auch nutzen und Ihr Fahrzeug dort parken.
  • Darüber hinaus gestattet auch das Verkehrszeichen 315 das Parken auf dem Gehweg, allerdings bezieht sich diese Erlaubnis ausschließlich auf Kfz mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,8 Tonnen. Dabei handelt es sich um ein rechteckiges blaues Verkehrsschild mit einem weißen Rand. Darauf sind der Buchstabe P und ein Pkw zu sehen, der auf einem Bordstein steht.

Bedenken Sie: Das Zeichen 315 wird häufig von gewissen Zusatzzeichen ergänzt, die aufzeigen, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um mit einem Auto oder einem Motorrad auf dem Gehweg parken zu dürfen. Unter anderem kann es sich dabei um Schilder handeln, die das Auslegen einer Parkscheibe vorschreiben oder die Parkdauer begrenzen. Auch eine Beschränkung der Parkerlaubnis auf bestimmte Arten von Kraftfahrzeugen ist möglich.

Droht ein Bußgeld beim unerlaubten Parken auf dem Gehweg?

Dieses Schild gestattet das Parken auf dem Gehweg.
Dieses Schild gestattet das Parken auf dem Gehweg.

Das Wichtigste vorneweg: Beim unzulässigen Parken auf dem Bürgersteig wird kein Bußgeld fällig (Beträge ab 60 Euro), sondern lediglich ein Verwarnungsgeld (Beträge bis 55 Euro). Doch was kostet das Parken auf Gehwegen genau, wenn es nicht erlaubt war? Dies zeigt Ihnen die folgende Zusammenfassung:

  • Beim unerlaubten Parken auf dem Gehweg liegen die Kosten laut Bußgeldkatalog bei 20 Euro.
  • Bei einer zusätzlichen Behinderung steigt der Betrag auf 30 Euro an. Das Gleiche geschieht, wenn Sie Ihr Kfz dort über eine Stunde lang abstellen.
  • 35 Euro müssen Sie zahlen, wenn Sie länger als eine Stunde unzulässig auf dem Gehweg geparkt und obendrein andere Verkehrsteilnehmer behindert haben.

Mit den gleichen Sanktionen aus dem Bußgeldkatalog müssen Sie im Übrigen vorliebnehmen, wenn Sie Ihr Kfz auf der Fahrbahn abstellen, obwohl das Zeichen 315 das Parken auf dem Gehweg gestattet. Doch Achtung: Sie dürfen Ihr Fahrzeug auch bei Vorhandensein dieses Zeichens nur dann auf dem Bürgersteig abstellen, wenn es maximal 2,8 Tonnen auf die Waage bringt. Sie parken daher verbotswidrig auf dem Gehweg, wenn Ihr Kfz schwerer ist. 10 bis 30 Euro können dann auf Sie zukommen.

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