Abgefahrene oder falsche Reifen – Wann drohen Punkte in Flensburg?

Die Sicherheit im Straßenverkehr sollte stets an erster Stelle stehen. Doch nicht nur die Fahrweise trägt einen großen Teil dazu bei – es geht ebenso um die Beschaffenheit des Fahrzeuges. Die Reifen stellen dabei die Verbindung zwischen Straße und Fahrzeug dar und müssen dementsprechend in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Dies geschieht in der Regel im Zuge der Hauptuntersuchung.

Die Verbindung zwischen Straße und PKW sind die Reifen.
Die Verbindung zwischen Straße und PKW sind die Reifen.

Am Straßenverkehr dürfen laut Verkehrsrecht ausschließlich Fahrzeuge teilnehmen, welche die Standards zur Verkehrssicherheit erfüllen. Wenn Sie sich nicht an die Vorgaben zur richtigen Bereifung halten und sich trotz abgefahrener oder falscher Autoreifen hinters Steuer setzen, dann werden Bußgelder fällig. Wie Sie diese verhindern können, welche Reifen wann gefahren werden sollten und ab wann im Bußgeldkatalog Punkte in Flensburg bei falscher Bereifung die Konsequenz sind, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Bußgeldkatalog Reifen

VergehenBußgeldPunkte
Mit Sommerreifen bei Schnee und Glatteis gefahren60 €1
... mit Behinderung80 €1
... mit Gefährdung100 €1
... mit Unfall120 €1
Mit abgefahrenen Reifen gefahren60 €1
... mit Gefährdung75 €1

Bußgeldrechner Reifen

Welche Reifen darf ich fahren?

Welche Reifen darf ich fahren?
Welche Reifen darf ich fahren?
Sie suchen für Ihren PKW die richtigen Reifen? Vor einigen Jahren musste die richtige Reifengröße für Ihr Fahrzeug noch im Fahrzeugschein bzw. Fahrzeugbrief stehen. Mittlerweile wurden jedoch die Zulassungsbescheinigungen I und II eingeführt und in Bezug auf die Autoreifen ist dort lediglich eine generelle Reifengröße abzulesen. In der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeuges finden Sie jedoch meist weitere alternative Größen.

Dabei ist der Geschwindigkeitsindex der Reifen nicht außer Acht zu lassen. Er gibt die maximale Höchstgeschwindigkeit an, die Sie mit den Autoreifen fahren dürfen. Bei korrektem Druck der Reifen garantiert der Geschwindigkeitsindex laut Hersteller einen einwandfreien Betrieb.

Doch nicht nur die Geschwindigkeit ist ausschlaggebend für eine korrekte Bereifung, sondern auch die maximale Traglast von jedem einzelnen Reifen. Diese wird durch den Tragfähigkeitsindex bzw. Lastindex der Reifen definiert. In Ihren Fahrzeugpapieren finden Sie die für Ihren PKW geltende Angabe unter dem Punkt „LI“.

Zu guter Letzt sollten Sie bei richtiger Bereifung auch auf den Reifendruck achten. Den empfohlenen Reifendruck können Sie in der Regel im Inneren des Tankdeckels ablesen, inklusive der Angabe, wie hoch der Druck bei welcher Belastung des Fahrzeuges sein sollte.

Werden höhere Geschwindigkeiten gefahren, dann sollte der Druck generell um 0,2 bis 0,6 bar angepasst werden. Mit dem richtigen Reifendruck unterstützen Sie die Lebensdauer der Reifen und verbrauchen zudem weniger Benzin.

Die Mindestprofiltiefe

Die Profiltiefe sollte in regelmäßigen Abständen gemessen werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für Reifen liegt in Deutschland bei 1,6 mm. Auch bei einseitiger Abnutzung müssen Sie die Reifen wechseln, da nur so die Mindestprofiltiefe für den ganzen Autoreifen gewährleistet werden kann.

Ungeeignete oder abgefahrene Reifen begünstigen Aquaplaning oder einen verlängerten Bremsweg, weshalb Sie stets darauf achten sollten, das Profil zu kontrollieren. Ansonsten könnten Sie nicht nur eine Gefahr für sich selbst, sondern auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer darstellen.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Profiltiefe zu messen:

Ein Reifenhändler kann Ihre abgefahrenen Autoreifen entsorgen.
Ein Reifenhändler kann Ihre abgefahrenen Autoreifen entsorgen.
  • Profilmesser: Es handelt sich dabei um ein kleines Instrument, welches Ihnen die genaue Profiltiefe der Reifen mitteilt, indem Sie es in das Profil des Reifens stecken. Danach können Sie den Wert an der Seite ablesen. Wenn dieser unter 1,6 mm liegt, müssen Sie einen Reifenwechsel vornehmen. Dies können Sie auch direkt bei einem Reifenhändler erledigen lassen, der die abgefahrenen Autoreifen sofort entsorgen kann. Dieser Service ist in der Regel für Kunden kostenlos.
  • digitale Messschieber: Diese Geräte sorgen für eine digitale Messung der Profiltiefe in Werkstätten. Dort können Sie ebenfalls die alten Reifen entsorgen und neue Reifen aufziehen lassen.
  • Zwei-Euro-Münzen-Trick: Der Rand der Zwei-Euro-Münze ist ungefähr 4 mm breit. Wenn Sie das Geldstück in das Profil stecken und der Rand deutlich zu erkennen ist, sollten Sie die Reifen wechseln. Ist der Rand nicht mehr zu sehen, ist die Mindestprofiltiefe von 1,6 mm noch nicht erreicht und Sie brauchen sich um neue Reifen erst mal keine Gedanken zu machen.
Heutzutage verfügen einige Fahrzeuge über einen „Tread Wear Indicator“ (TWI). Dieser fungiert als Reifenverschleißanzeige, wodurch jeder Kraftfahrer direkt erkennen kann, ob die Reifen noch genug Profil aufweisen.

Sommerreifen und Winterreifen

Aufgrund der unterschiedlichen Witterungsverhältnisse, die in Deutschland herrschen, sind spezielle Reifen für die jeweiligen Witterungen vonnöten, um jederzeit sicher auf den Straßen unterwegs sein zu können. Da es zu umständlich wäre, die Reifen jeden Tag neu aufzuziehen, gibt es in der Regel Winterreifen für die kältere Jahreszeit und Sommerreifen für die heißeren Tage.

Die Unterschiede liegen vor allem in der Gummimischung. Reifen und Felgen können je nach Geschmack und Ansprüchen kombiniert werden. Viele Autofahrer benutzen jedoch Felgen aus Aluminium. Bei Winterreifen sollte die Profiltiefe der Aussage von Experten nach bei 4 mm liegen. Bei Sommerreifen beträgt diese 3 mm.

Halten Sie sich nicht an die geltende Mindestprofiltiefe von 1,6 mm – egal ob mit Winter- oder Sommerreifen – dann werden ein Bußgeld von 60 Euro sowie ein Punkt in Flensburg fällig. Bei einer zusätzlichen Gefährdung erhöht sich das Bußgeld auf 75 Euro, der Punkt bleibt bestehen.

Die Winterreifenpflicht

Bei Winterreifen sollte die Profiltiefe bei 4 mm liegen.
Bei Winterreifen sollte die Profiltiefe bei 4 mm liegen.

In Deutschland gibt es seit 2010 eine Winterreifenpflicht. Diese gilt laut § 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO) jedoch nicht nur im Winter, sondern sobald Glatteis und Schnee sich auf den Straßen befinden.

Halten Sie sich nicht an diese Pflicht und fahren bei Glätte und Schnee mit Sommerreifen, dann kommen ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg auf Sie zu. Verursachen Sie durch diese Unachtsamkeit einen Unfall, dann beträgt das Bußgeld bereits 120 Euro.

Ist das Gegenteil der Fall, sprich Sie fahren mit Winterreifen im Sommer, dann erhöht sich einerseits der Verschleiß der Reifen und andererseits sorgen Sie damit ebenfalls für eine Verschlechterung der Fahrstabilität. Die Trockenheit der Straßen verlängert zudem die Bremswege und Sie verbrauchen mehr Sprit.

Wie lässt sich bei Autoreifen das Alter feststellen?

Seit 2000 müssen Reifen mit sogenannten „DOT-Nummern“ gekennzeichnet werden. Die Abkürzung „DOT“ steht dabei für „Department of Transportation“.

Dabei stehen die ersten beiden Ziffern für die Woche, in der die Reifen hergestellt wurden, die letzten beiden Ziffern definieren das Jahr. Oft verhält es sich so, dass die DOT-Nummern nur auf einer Seite des Reifens eingeprägt sind, Sie müssen also ggf. etwas suchen.

Die DOT-Nummer „4515“ bedeutet beispielsweise, dass die Reifen in der 45. Woche im Jahr 2015 produziert wurden. Auf diese Weise ist es kinderleicht festzustellen, wie alt Ihre Reifen bereits sind.

Auch mit einer Profiltiefe von mehr als 1,6 mm sollten Reifen nach sechs oder sieben Jahren ausgetauscht werden. Die Gummimischung wird mit der Zeit spröde und auch die Leistungsfähigkeit des Reifens nimmt mit der Zeit ab.
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (47 Bewertungen, Durchschnitt: 4,62 von 5)
Loading...