Falsche Ladungssicherung und Überladung – Wann werden Punkte fällig?

Fahrer, welche die Ladung in ihren Fahrzeugen nicht ausreichend oder gar nicht sichern, stellen ein hohes Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr dar. Haben sie das Fahrzeug außerdem noch überladen, dann wird es richtig teuer: Ein Bußgeld von bis zu 235 Euro plus ein Punkt in Flensburg kann fällig werden, wenn gefahren wurde, obwohl das zulässige Gesamtgewicht bereits mehr als erreicht war.

Zur Ladungssicherung ist laut Gesetz jeder Kraftfahrer verpflichtet.
Zur Ladungssicherung ist laut Gesetz jeder Kraftfahrer verpflichtet.

Bei der Ladungssicherung liegt die Verantwortung nicht nur beim Fahrer des Fahrzeuges, sondern auch bei dessen Halter. Beide müssen mit einem Bußgeldbescheid rechnen, wenn Sie sich nicht an die Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO) halten. Wie die Ladungssicherung bei einem PKW mit Anhänger aussehen sollte, welche Strafen beim Fahren mit einem überladenen Auto drohen und ab wann es zu Punkten in Flensburg kommt, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Bußgeldkatalog Ladungssicherung

VergehenBußgeldPunkte
Ladung nicht gegen vermeidbaren Lärm gesichert10 €
Nicht ordnungsgemäßes Herausragen der Ladung20 €
Ladung trotz Herausragen nicht mit Leuchte gekennzeichnet25 €
Fahrzeug und Ladung überschritten eine Höhe von 4,2 m60 €1
Ladung nicht ausreichend gesichert (PKW)35 €
... mit Gefährdung60 €1
... mit Sachbeschädigung75 €1
Ladung nicht ausreichend gesichert (LKW)60 €1
... mit Gefährdung75 €1
... mit Sachbeschädigung100 €1

Bußgeldkatalog Überladung

VergehenBußgeldPunkte
Überladung über 5 Prozent10 €
... über 10 Prozent30 €
... über 15 Prozent35 €
... über 20 Prozent95 €1
... über 25 Prozent140 €1
... über 30 Prozent235 €1

Bußgeldrechner Überladung

Vorschriften zur Ladungssicherung

Überstehende Ladung führt in den meisten Fällen zu einer Strafe.
Überstehende Ladung führt in den meisten Fällen zu einer Strafe.

In der StVO ist genau festgehalten, wie Sie die Fracht in Ihrem KFZ beim Transport ordnungsgemäß sichern müssen. In § 22 StVO heißt es:

Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.“

§ 23 StVO besagt folgendes:

Wer ein Fahrzeug führt, ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht durch die Besetzung, Tiere, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs beeinträchtigt werden. Wer ein Fahrzeug führt, hat zudem dafür zu sorgen, dass das Fahrzeug, der Zug, das Gespann sowie die Ladung und die Besetzung vorschriftsmäßig sind und dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung oder die Besetzung nicht leidet.“

Nicht nur der Fahrer, sondern auch der Halter des Fahrzeuges hat die Pflicht, für eine vorschriftsmäßige Ladungssicherung zu sorgen. Die Strafe für eine überstehende Ladung droht in diesem Fall beiden Parteien.

Ab wann liegt eine Überladung vor?

Ein überladenes Auto birgt unzählige Gefahren: Die Bremsen funktionieren nicht mehr wie gewohnt, in Kurven gerät das Fahrzeug schnell ins Schwanken und die Reifen bieten keinen optimalen Halt mehr.

Bei einer Überladung kann die Fracht im Inneren meist aus Platzmangel nicht ordnungsgemäß abgesichert werden, was dazu führt, dass bei einer Vollbremsung Gegenstände durch die Gegend rollen, umkippen oder möglicherweise den Fahrer des Wagens oder die Mitfahrer verletzen. Eine Überladung zieht dementsprechend ein höheres Unfallrisiko nach sich.

Aus diesen Gründen setzt die StVO ebenfalls beim Thema Überladung gewisse Vorschriften fest. Haben Sie Ihr Auto überladen, dann kommen Sanktionen aus dem Bußgeldkatalog auf Sie zu. Wollen Sie dies verhindern, dann sollten Sie auch als Halter einen Blick auf das zulässige Gesamtgewicht des KFZ werfen. Ansonsten kommen Sie schneller zu einem Bußgeldbescheid, als es Ihnen lieb ist.

Diese Angabe finden Sie entweder in der Zulassungsbescheinigung oder im Fahrzeugschein. Ein zulässiges Gesamtgewicht von 2,8 Tonnen bei einem PKW ist völlig normal. Einige Modelle sind schwerer als andere, was auch bei Transportern, LKW und Wohnwagen gilt. Dies ist in ihrem viel höheren Gewicht im Leerzustand begründet. Wenn Sie Ihren LKW überladen haben, dann müssen Sie demnach auch mit einer höheren Strafe rechnen.

Übrigens: Auch Anhänger können überladen werden. Daher ist es ratsam, stets die zulässige Anhängelast Ihres PKW sowie die Regelungen zur Ladungssicherung bei einem Anhänger im Auge zu behalten, damit kein Bußgeldbescheid auf Sie zukommt.

Die Ladungssicherung für LKW und PKW

Wenn Sie Ihr Auto überladen haben, kann die Fracht oft nicht ordnungsgemäß gesichert werden.
Wenn Sie Ihr Auto überladen haben, kann die Fracht oft nicht ordnungsgemäß gesichert werden.

Jeder Fahrer sollte sich bereits im Vorfeld darüber informieren, wie er die Ladung in seinem Fahrzeug sichern muss, um die Verkehrssicherheit nicht zu gefährden. Gerade bei Berufskraftfahrern bietet es sich an, ein Weiterbildungsseminar zum Thema Ladesicherung und Transportsicherung zu besuchen.

Die Fracht kann auf zwei verschiedene Arten abgesichert werden:

  1. Die formschlüssige Ladungssicherung: Bei dieser Art der Sicherung wird die Fracht entweder mithilfe eines bündigen bzw. lückenlosen Verladens, einer Bucht- bzw. Kopflaschung oder durch Zurrgurte abgesichert. Auf Hilfsmittel wie Sperrbalken, Keile, ein Ladungssicherungsnetz oder Zurrketten können Sie nur dann verzichten, wenn das KFZ eine gewisse Stabilität vorzuweisen hat. Freiräume müssen beim Transport stets mit Füllmitteln aufgestockt werden.
  2. Die kraftschlüssige Sicherung der Ladung: Hier werden die geladenen Güter durch Niederzurren fixiert, wodurch diese auf eine dafür vorgesehene Fläche gepresst werden. Antirutschmatten dienen ebenfalls als Hilfsmittel und können die Ladungssicherung noch verstärken.

Bei einem LKW sollte die Ladungssicherung von geschulten Mitarbeitern erledigt werden. Es gilt: Je größer das Fahrzeug, desto wichtiger wird der Aspekt des korrekten Verstauens der Ladung. Das Gleiche gilt für die Ladungssicherung bei einem Transporter. Bei sperrigen Gegenständen bietet es sich außerdem an, diese in einem Anhänger zu verstauen.

Sollte Ihre Ladung beim PKW zu weit überstehen, dann bewegt sich das Bußgeld zwischen 20 und 25 Euro. Bei nicht ausreichend gesicherter Fracht mit zusätzlicher Sachbeschädigung kommen ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro sowie ein Punkt in Flensburg auf Sie zu. Bei einem LKW erhöht sich dieses Bußgeld bei gleichem Vergehen auf 100 Euro. Der Punkt in Flensburg bleibt bestehen.

Haben Sie Ihre Fracht nicht nach Vorschrift gesichert und dadurch eine Gefährdung oder Sachbeschädigung herbeigeführt, kommt es in jedem Fall zu Punkten in Flensburg.

Die Strafe bei Überladung

Sind Sie in eine Polizeikontrolle geraten, dann kann direkt vor Ort kontrolliert werden, ob Sie sich an die Vorschriften zur Ladungssicherheit gehalten haben bzw. ob eine Überladung vorliegt. Die Polizeibeamten können mit einer mobilen Waage nachvollziehen, ob Sie Ihren PKW, LKW oder Wohnwagen überladen haben.

Der betroffene Fahrer darf laut Bußgeldkatalog zur Überladung erst weiterfahren, wenn das zulässige Gesamtgewicht nicht mehr überschritten wird. Für diese Zeit unterliegen Sie einem Fahrverbot, da es unverantwortlich wäre, Sie mit einer Überladung weiterfahren zu lassen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob Sie Ihr Wohnmobil überladen oder die Anhängelasten für Ihren PKW missachtet haben.

Liegt bei Ihrem PKW eine Überladung von 15 Prozent vor, dann ist ein Bußgeld von 35 Euro die Konsequenz. Punkte in Flensburg drohen erst, wenn Sie das Auto um 20 Prozent überladen haben. In diesem Fall kommen 95 Euro Bußgeld und ein Punkt auf Sie zu. Ein Fahrverbot wird nicht verhängt.
Eine Überladung sollte in jedem Fall vermieden werden.
Eine Überladung sollte in jedem Fall vermieden werden.

Bei einer Überladung von über 30 Prozent stellen Sie eine enorme Gefahr im Straßenverkehr dar. Hier werden Ihnen ein Punkt in Flensburg sowie ein Bußgeld von 235 Euro aufgebrummt.

Um eine Überladung bereits im Vorfeld auszuschließen, können Sie sich an folgende Regeln zur Ladung halten:

  • Zulässiges Gesamtgewicht ohne Anhänger: Weniger als 2,8 Tonnen bei leichtem PKW.
  • Zulässiges Gesamtgewicht ohne Anhänger: Weniger als 3,5 Tonnen bei schwerem PKW.
  • Führerscheinklasse B: Zulässiges Gesamtgewicht mit Anhänger/Ladung für ein Kfz mit zGG unter 3,5 Tonnen und Anhänger mit zGG unter 750 kg.
  • Führerscheinklasse B96: Zulässiges Gesamtgewicht mit Anhänger/Ladung für ein Kfz mit zGG unter 3,5 Tonnen und Anhänger mit zGG über 750 kg (wenn das Gewicht des Anhängers nicht höher als das Eigengewicht ist und das zGG von Zugmaschineund Anhänger nicht 4,25 Tonnen überschreitet).
  • Führerscheinklasse BE: Zulässiges Gesamtgewicht mit Anhänger/Ladung für ein Kfz mit zGG unter 3,5 Tonnen und Anhänger mit zGG bis zu 3,5 Tonnen.

LKW überladen?

Ein zulässiges Gesamtgewicht für LKW liegt etwa bei 7,5 Tonnen. Ab einer Überladung von fünf Prozent müssen Sie laut Bußgeldkatalog zur Überladung bereits mit einem Bußgeld von 30 Euro sowie einem Punkt in Flensburg rechnen. Eine Überladung beim LKW von 20 Prozent hat ein Bußgeld von 190 Euro sowie einen Punkt zur Folge.

Diese Angaben gelten jedoch lediglich für den Fahrer. Der Halter des LKW muss sich auf den doppelten Betrag gefasst machen: Auf ihn kommt ein Bußgeld von 380 Euro zu. Je höher das zulässige Gesamtgewicht eines Fahrzeuges, desto strenger wird eine Überladung im Bußgeldbescheid geahndet.
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