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Punkte Flensburg – Die Verkehrssünderkartei

Zu Beginn der 1950er Jahre gab es etwa 700.000 Pkw auf Deutschlands Straßen. Keine zehn Jahre später lag die Anzahl bereits bei knapp neun Millionen Autos. Das Kraftfahrt-Bundesamt hat diesen Trend frühzeitig erkannt und bereits 1957 beschlossen, Vergehen im Straßenverkehr aufzuzeichnen und zu speichern. 1958 wurde das heutige deutsche Fahreignungsregister, bisher bekannt als Verkehrszentralregister, in Flensburg gegründet. Diese Verkehrssünderkartei führte 1974 ein von Verkehrspsychologen entwickeltes Punktesystem ein. Etwa 80 Prozent der Einträge betreffen männliche Autofahrer. Deren größtes Vergehen ist das Fahren unter Alkoholeinfluss, während bei der Mehrzahl der erfassten Frauen die Vorfahrtsregeln zu Schwierigkeiten führen. Allen gemein ist das zu schnelle Fahren – sei es im Stadtverkehr oder auf der Autobahn. Um Strafen zu vereinheitlichen, werden Ordnungswidrigkeiten nach Schwere beurteilt und in Punkte umgerechnet. Studien des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigen, dass das Unfallrisiko steigt, je mehr Punkte ein Fahrer auf seinem Konto hat. Autofahrer haben mit dem transparenten Punktesystem die Chance, ihr Verhalten und ihre Einstellung gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern kritisch zu überprüfen und zu verbessern. Wiederholungstätern droht im schlimmsten Falle der kurzfristige oder endgültige Entzug der Fahrerlaubnis. Seit 1999 speichert das Register Bußgeldbescheide und Punktekonten digital. Es bietet Autofahrern den Vorteil der schnellen Information. Ein Auszug des eigenen Registers ist problemlos erhältlich und kostenfrei per Internet bestellbar.